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Programm

Die Nacht der Performance: WALDEN

Performances


Lars Rudolph - I feel horse

 

Datum: Freitag, 19. August, 21 Uhr bis Samstag, 20. August, 04 Uhr

Ort: HKW gesamt

Eintritt: 15 / 12€ – Tickets


WALDEN ist der Name eines kleinen Sees in Massachusetts. In 16 Kapiteln des gleichnamigen Essays protestierte der politische Essayist Henry David Theoreau Mitte des 19. Jahrhunderts gegen den rauschhaft gewordenen industriellen Fortschritt. Der Autor beschrieb darin sein 2 Jahre dauerndes Experiment des einfachen Lebens zwischen selbst angelegtem „Bohnenfeld“, dem „Nachbar Tier“ und den „Höheren Gesetzen“. Ob die „Höheren Gesetze“ oder ob die individuellen Überlebensstrategien zur verantwortungsvollen Gesellschaft führen, bleibt für den heutigen Leser Thoreaus zweifelhaft. Nur vor kurzem jedenfalls galten als romantische Weltflüchter diejenigen, die der urbanen Zivilisation den Rücken kehrten und eine Lebensweise als Selbstversorger oder in Landkommunen experimentierten. Die „Nacht der Performance: Walden" rückt das Paradox dieser Art zu leben in den Fokus. Sie scheint zur gleichen Zeit rückschrittlich und nachhaltig zukunftsorientiert. Künstler_innen definieren eine Nacht lang das Haus der Kulturen der Welt um in diejenige einsame Waldhütte, in der Thoreau Mitte seinen Essay verfasste, der dieser Nacht den Titel WALDEN leiht.

Lars Rudolph’s Pferd reitet im „Never ending“ - Film I Feel Horse. Thoreau inside my Horse des Künstlers (Kamera Rebecca Bach) durch den Kosmos von Henry David Thoreau. Der reale Ritt durch die Landschaft Brandenburgs lässt auf faszinierende Weise offen, ob das Ross den Reiter bewegt oder der Reiter das Ross. Wer spricht hier wen? Was meinen wir, wenn wir von der Natur als dem Anderen sprechen? Spricht Rudolph Thoreau, spricht das Pferd Rudolph oder spricht aus Rudolph das Pferd, das Thoreau ist?
Lars Rudolph hat als Schauspieler nicht nur in mehr als 40 Kino- und TV-Filmen mitgewirkt, er macht unaufhörlich Hörspiel- und Theaterprojekte und ist als Musiker und Komponist tätig. In der Performance Nacht: WALDEN tritt er mit der 2007 gegründeten Band Mariahilff auf.

In meet me in the tree lädt Beatrice Fleischlin Gäste in ihre Recyclingstation in luftiger Höhe, um ihren Beziehungsabfall loszuwerden: Misslungenes, Verpatztes, Vertracktes aus den dunklen Ecken von Seelenkammern wird in eine neue Form gebracht. Im Morgengrauen veröffentlicht sie ihr Recyclingprodukt als Text.
Beatrice Fleischlin kehrte als Teenager dem Landleben den Rücken, sie forscht zwischen Tanz und Performance und als Hausautorin am Theater Basel zu Körpern und Identitäten. 2009 gewann sie den Jurypreis beim Festival 100° in den Sophienælen.
Dank an schaefersphilippen™, Theater und Medien GbR

Martin Clausen (Musik Doc Schoko) öffnet und sichtet gemeinsam mit den Besucher_innen in HIN MIT MIR VON DIR (WEG MIT MIR ZU DIR) Möglichkeiten des Heraustretens aus den Gewohnheiten, Zwängen und Erwartungen, in die unsere Körper mit anderen Lebewesen geraten um in Kontakt zu gelangen. Hinaustreten, um anders zurückkehren zu können.
Martin Clausen war Mitbegründer von TWO FISH, seine Performances und Arbeiten als Schauspieler führten ihn nicht nur an die einschlägigen Orte der Freien Szene, sondern mit Vorliebe auch daran vorbei in private Wohnungen und Zimmer, in Busse oder versteckte Treppenhäuser.

Monster Truck adaptieren in Stay! Eine Tierfabel die Überlebensstrategie von Faultieren, die wegen ihrer Langsamkeit für Greifvögel kaum als lebendig zu identifizieren sind. Nur Steine sind noch extremer darin, sich nicht zu bewegen. Das Performancekollektiv arbeitet am Ideal der Trägheit der Körper, Abhängen und Innehalten: „Es war Morgen, aber siehe, nun ist es Abend geworden, und nichts Berichtenswertes ward getan.“ (Thoreau)
Monster Truck wurde in Gießen von Sahar Rahimi, Ina Vera, Manuel Gerst, Matthias Meppelink und Marcel Schwald gegründet und ist für eine bildgewaltige Ästhetik bekannt, die „Surreale Schrecken“ verbreitet, wie Berliner Zeitung schrieb.

Außerdem mit Andreas Bick, einem der namhaftesten international tätigen Soundkünstler. Wallace Heim, die u.a. 2004 die Ausstellung enter change: performance and nature für greenmuseum.org kuratierte. Mit dem lettischen Künstlerkollektiv Serde. Mit dem Performer und Musiker und Autor Barnaby Tree. Mit einem Film von Heiko Kalmbach. Mit einer experimentellen Sound- und Videolounge, kuratiert von Kaspars Vanags. Mit der Performance „Welcome Home“ von Ivan Civic. Und mit einem Sonnenaufgang des Medienkünstlers Olaf Helbing.

 

Programm 21-4 Uhr:

Beatrice Fleischlin - Meet me in the tree

Lars Rudolph - I feel horse. Thoreau inside my Horse

Martin Clausen - Hin mit mir von dir

Monster Truck - Stay

 


Außerdem finden im Rahmen der Performance-Nacht zwei Konzerte statt:

 

23.00 Uhr Konzert Mariahilff
3.30 Uhr Konzert Barnaby Tree