Die Krise ist in unseren Körpern. Sie schlafen zu wenig und verbrauchen zu viel. Immer am Limit als ständig leistungsbereite, optimal trainierende, aber ebenso verschwenderische Körper, sind sie selbst Teil der erschöpften Natur, in der die Ressourcen immer knapper werden. Praktiken einer neuen Lebenskunst sind deshalb auch solche des Körpers und Arten und Weisen der Bewegung. Von der Entschleunigung im Alltagsleben bis zu neuen, abenteuerlichen Bewegungen durch den sozialen Raum der Stadt.
Internationale Künstler und Gruppen wie Kris Verdonck / A Two Dogs Company oder Ivan Civic durchmessen in ihren Performances und Installationen Strategien der Gegenwehr des Körpers zwischen Überleben und gelassenem Verzicht. Ivan Civic wird seinen Körper ganze 101 Stunde lang einem asketischen Lebensraum aussetzen - "Welcome Home". Die Dauerperformance setzt sich mit dem Handicap als Normalfall auseinander. Kris Verdonck schafft mit "Exit" Momente der Ruhe des Schlafens als eine Freiheit von der Unerbittlichkeit von Arbeit, Produktion und Konsum. Benjamin Verdonck stellt mit „½“ einen ganzen Erlebnispartk vor, des Thema „Die Hälfte“ ist.
Als romantische Weltflüchter galten noch vor kurzen diejenigen, die dem industriellen Fortschritt den Rücken kehrend, eine mit der Natur versöhnte wie radikal einfache Lebensweise experimentierten. Die Nacht der Performance: WALDEN rückt eine Art zu leben in den Fokus, die zur gleichen Zeit rückschrittlich und nachhaltig zukunftsorientiert erscheint. Berliner Künstler definieren eine Nacht lang das Haus der Kulturen der Welt in diejenige einsame Holzhütte im Wald um, in der Henry David Thoreau Mitte des 19. Jahrhunderts seinen berühmten Essay verfasste, der der Performancenacht den Titel "WALDEN" leiht.
Ivan Civic: „Welcome Home“

Copyright: Sebastian Bolesch
101h Langzeitperformance - Eintritt frei
Mittwoch, 17. August bis Sonntag 21. August, durchgehend
Benjamin Verdonck: ½ (Weltpremiere)

Copyright: Joachim Loch
Installation und Performance - Eintritt frei
Mittwoch, 17. August bis Sonntag 21. August, durchgehend
Sustainable Sushi

Copyright: Joachim Loch
Kris Verdonck: „Exit“ (Weltpremiere)

Donnerstag, 18. August, 19.30-21h
Die Nacht der Performance: WALDEN

Monster Truck. Copyright: Joachim Loch
Mit: Beatrice Fleischlin, Lars Rudolph, Martin Clausen und Doc Schoko, Monster Truck, Mariahilff, Barnaby Tree, Andreas Brick, SERDE u.a.
Film/Videolounge kuratiert von Kaspar Vanags
Filmprogramm kuratiert von Florian Wüst
Als Teil der Performance-Nacht findet das Konzert von Mariahilff statt

Mariahilff.
Konferenz ÜBER LEBENSKUNST – performativ
Experten aus verschiedenen Weltregionen diskutieren vom 18. bis 21. August den globalen Wandel. Künstler und Künstlergruppen mischen sich mit Performances in die Konferenz ein. Live in Nairobi, St. Petersburg, Sao Paulo oder Neu Delhi aufgeführt, werden sie zeitgleich ins Auditorium des Hauses der Kulturen der Welt übertragen. Es sind gewitzte Kommentare, aktivistische Interventionen und perspektivreiche Brechungen der Konferenzthemen. Sie haben ihre Basis in der sozialen, politischen und ökologischen Wirklichkeit vor Ort.

Iguan Dance: Love in the Supermarket
Sustainability: A concept to believe in, a word not to trust
Sam Hopkins (Nairobi)
Mega-Delhi Sublime
Chris Green (USA / Neu Dehli)
Earth.Territory.Music
Inder Salim (Neu Delhi)
Samstag, 20.August, 18.30 – 19.30h
Teatro de Narradores (Sao Paulo)
Iguan Dance: Love in the supermarket (St. Petersburg)