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19.04.2011, 12:30 | 0 Comments

So war der 2. Klub

Der zweite Klub stand unter dem Motto „Feel the heat: Was kann Kunst gegen den Klimawandel tun?“ Impressionen, Standpunkte, Fotos und Videos gibt‘s hier.

Wie beim ersten Klub starteten wir um 16 Uhr mit zwei Workshops. Die Künstlerin Julia Harris zeigte den Teilnehmer_innen, wie sich Künstler-Initiativen in anderen Ländern mit umweltpolitischen Themen auseinandersetzen. Neben dem greenmuseum.org, wurden die britische aktivistischen Gruppe Platform sowie die globale, grüne Organisation Julie’s Bicycle (UK) vorgestellt. Im zweiten Workshop bastelte der Künstler Klaus Fritze eine Wiese im Plastikbecher. Schönes Gegensatzpaar: steriles Plastik – organische Wiese.

 

Julia Harris bei Ihrer Präsentation


Klaus Fritze erklärt wie das geht: Wiese im Plastikbecher...


... und so sieht das Endergebnis nach ein paar Wochen aus.

 

Anschließend gab‘s als kleine Stärkung das Klubsandwich mit Kresse – natürlich selbstgezogen.

 

Lecker: Humus, Salat und Kresse


Wie es aussieht, hat's allen geschmeckt

 

Mit etwas Verspätung ging es um 18.15 Uhr im Klubraum weiter. Vera Tollmann (Freie Kuratorin), Martin Kaltwasser (Künstler und Architekt) und Katrin Bohn (Architektin und Stadtplanerin) erklärten, mit welchen künstlerischen Mitteln sie sich dem Thema Klimawandel nähern. Nachdem wir einen Werbeclip mit Schockwerbung gegen Flugreisen gesehen hatten, entwickelte sich schnell eine interessante Diskussion. Welche Bilder brauchen wir, um die Auswirkungen des Klimawandels nachhaltig ins kollektive Bewusstsein zu bekommen? Sind Schockbilder das richtige Mittel? Viele Teilnehmer_innen erklärten, dass Kunst in diesem Zusammenhang mehr als nur ästhetische Aufgaben zu erfüllen hätte. Kunst ist im Kampf gegen den Klimawandel auch eine bewusste, teilweise sogar politische Einstellung.

 

Wen erreicht man mit Schockbildern?


Prof. Katrin Bohn (li.) im Gespräch mit Vera Tollmann 

 

Einen anderen Ansatz stellte der Künstler Martin Kaltwasser vor. Mit seinen Interventionen im öffentlichen Raum konfrontiert er Menschen mit ihren Alltagshandlungen. Gerade das in Deutschland so statusbezogene Auto spielt in der Kunst Kaltwassers eine große Rolle. Auch hier schloss sich eine lebhafte Diskussion an. In den unterschiedlichen Stadtteilen Berlins ist das Auto unterschiedlich stark in den Alltag der Menschen integriert. Kaltwasser plauderte ein wenig aus der eigenen Chronik: Während es in Kreuzberg für die Nachbarschaft völlig normal war, dass eine Familie mit Kindern kein Auto besitzt, gelten die Kaltwassers im Hansaviertel deswegen als Exoten.

 

Martin Kaltwasser erklärt seine Kunst gestenreich

 

Die dritte Rednerin, Prof. Katrin Bohn von der TU in Berlin, kehrte zurück zur eingangs gestellten Frage nach den Bildern, die wir im Zusammenhang mit dem Klimawandel erzeugen. Bohn brachte das Thema „Food Policy“ ins Spiel, das in der künstlerischen Auseinandersetzung bislang wenig Beachtung findet. Die London School of Economics leistet hier laut Bohn Pionierarbeit.

 

Lebhafte Diskussion: Welche Bilder brauchen wir im Kampf gegen den Klimawandel?

 

Am Ende war leider kaum Zeit, noch andere Projekte von den Klub-Teilnehmer_innen vorzustellen. Die Künstler_innen-Gruppe „Minimal Green“ lud zu einer sechsstündigen Performance am 14. Mai am Schlossplatz in Berlin-Mitte ein. Los geht‘s um 15 Uhr. Miodrag Kuč stellte seine Initiative „ParaArtFormations“ vor. Der Doktorand an der Bauhaus-Universität in Weimar beschäftigt sich derzeit mit den Formen der städtischen Entwicklung Berlins.

 

Eine Kostprobe ihrer Performance gaben "Minimal Green" im Garten des HKW

 

Natürlich war auch diesmal das Process Institute dabei und stellte den Teilnehmer_innen eine Gemeinschaftsaufgabe. Unter dem Motto „Bleibt zusammen und entdeckt das Potenzial Eurer Umgebung“ wurden Klubgäste sowohl miteinander als auch mit Alltagsgegenständen wie einem Radio oder einem Einkaufswagen verbunden.

 

Der Einkaufswagen muss kein Hindernis sein: alles Verhandlungssache

 

Im Anschluss an den Klub fand das erste Konzert der Reihe HKW lokal statt. Auf dem Programm:  Electric trucks & hybrid hot rods mit  DM Bob und Speedy Jake. Jimmy Trash performte mit seinem Gunpowder Temple of Heaven ein Musical zu „Apocalypse Culture“.

 

DM Bob und Speedy Jake: Südstaatensound im Café Global

 

Nicht nur Jimmy Trash spürte die Hitze

 

Natürlich waren die Two Antennas mit ihrem „Fenster ins Internet“ wieder dabei. Hier könnt ihr euch den Browserverlauf ansehen.

 

 

 

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