Fenster schliessen
21.08.2011, 11:51 | 0 Kommentare

Das Überlebenskunstcamp in Aktion

Mittlerweile haben die CampbewohnerInnen vier Tage im Hinterhof des Hauses der Kulturen der Welt überlebt. Diskutiert wurde bisher schon viel. Nun griffen die TeilnehmerInnen mit eigenen Performances in das Festivalgeschehen ein.

„Haste ma´n Bio-Salat?“ stand auf lapprigen Pappschildern geschrieben, die die Dreck verschmierten ÜbelebenskünstlerInnen vor das Auditorium hielten. Arm, verwahrlost und hungrig auf den Bio-Salat präsentierten sie sich den Festival-BesucherInnen. Zur Abhilfe dieser Not bot ein weiterer Teilnehmer Salatköpfe aus dem Küchenmüll für nur 15€ an. Die meisten Leute ignorieren die BettlerInnen  oder warfen mitleidige Blicke über die Schulter. Einige wollten sogar tatsächlich den Bio-Salat für die offensichtliche Inszenierung kaufen. Auffällig war vor allem, dass niemand die Szene in Frage stellte oder sich über das Dargebotene empörte.

Die CamperInnen positionierten sich an verschiedenen Stellen auf dem Festivalgelände. So auch bei einer politischen Diskussionsrunde, in der die Performance nicht weiter ignoriert werden konnte. Eine Antwort auf die Diskrepanz zwischen Armut und Bio-Wahn konnte aber nicht gegeben werden. Jedoch wurde deutlich, dass die ökologische Frage an die soziale Frage gekoppelt werden muss.Ein weiterer Hingucker war der Camper Potter, der sich mitten in der Eingangshalle des Inbau-Einbau-Projekts in einer Mülltonne mit Bio-Salat besudelte, was auf den Bildschirmen des Festivals übertragen wurde.

Der darauffolgende Klub der Perspektiven wertete die Aktionen aus. Außerdem fassten die verschiedenen Perspektivgruppen ihre besuchten Veranstaltungen und neuen Überlegungen zur Überlebenskunst zusammen. Die Gruppe der „freien Radikalen“ entwickelte beispielsweise drei Experimente. Das erste umfasste eine Umfrage der Festival-BesucherInnen mit der Frage wovon sie träumen. Das zweite Experiment bestand aus einer Recycling-Box, in der alte und schlechte Gewohnheiten hineingeworfen werden konnten. Als drittes entwarfen die Gruppenmitglieder ein Glas, in dem beim Weltuntergang genau drei Dinge oder Ideen bewahrt werden konnten. Die Auswertung dieser Aktionen soll in der Zero Hour am Sonntag erfolgen.

Mit dem Publikum diskutierten die BewohnerInnen des Camps anschließend über die Formen der energiesparsameren Mobilität. Zusätzlich wurde die entstandene Öko-Szene thematisiert und Maßnahmen besprochen, mit denen Druck zum Handeln auf politischen Institutionen ausgeübt werden können. Tanja

Kommentare

Keine Kommentare